Das Palliativnetz Gelsenkirchen und der palliativmedizinische Konsiliardienst
Frau Grünke vom Palliativnetz Gelsenkirchen berichtete am 06.08.2017 über das Palliativnetz und den palliativmedizinischen Konsiliardienst.
Gemeinsam hat das Palliativnetz das Ziel, schwerstkranke und sterbende Menschen mit ihren Angehörigen zu begleiten. Die vorrangige Zielperspektive der Palliativ- und Hospizarbeit besteht darin, schwerstkranken Patienten mit nur noch kurzer Lebenserwartung die letzte Lebensphase in der häuslichen Umgebung zu ermöglichen
Die Notwendigkeit einer palliativen Versorgung ergibt sich insbesondere bei weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen, aber auch beim Vollbild der HIV-Erkrankung (AIDS), bei Erkrankungen des Nervensystems mit unaufhaltsam fortschreitenden Lähmungen sowie bei Endstadien chronischer Herz-, Lungen-, Leber und Nierenerkrankungen.
Voraussetzung für ein „ganzheitliches“ Versorgungskonzept ist die qualifizierte Arbeit von Ärzten, Pflegepersonal, Sozialarbeitern, Psychologen und Seelsorgern sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern. Entscheidend ist dabei neben der Qualifikation der Beteiligten insbesondere die „multi-professionelle Kooperation“ dieser Berufsgruppen in einem funktionellen Netzwerk, welches die zur Palliativversorgung erforderlichen Maßnahmen der Behandlung, Betreuung und Begleitung patientenzentriert koordiniert. Die zentrale Rolle in diesem Netzwerk fällt den Hausärzten und den spezialisierten Palliativ- und Grundpflegediensten zu. Diese werden unterstützt von Fachärzten, palliativmedizinisch qualifizierten Ärzten und Hospizdiensten. Weitere Partner des Netzwerks sind physiotherapeutische Einrichtungen, psychosoziale Beratungsstellen, Apotheken und Sanitätshäuser sowie stationäre Versorgungseinrichtungen, insbesondere Palliativstationen, Hospize und Pflegeheime.
Im fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung treten immer wieder Beschwerden auf, die den schwerkranken Menschen und seine Angehörigen oft unsicher und ratlos machen. Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst und Unruhe können mit der Erfahrung eines multiprofessionellen Teams im medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Bereich behoben oder gelindert werden.
Angehörige oder nahestehende Personen werden in die Betreuung einbezogen und auch bei der Trauerarbeit unterstützt. Sterben und Tod werden als Teil des Lebens akzeptiert, der Tod wird weder beschleunigt noch hinausgezögert.



